Dokumentation

Nottulns Schulden: wofür die Gemeinde Kredite aufnimmt und was das für den Haushalt bedeutet

Der Kernhaushalt der Gemeinde Nottuln war Ende 2025 mit 35,2 Millionen Euro verschuldet. Eine Dokumentation mit Zahlen und Belegen: wie sich der Stand entwickelt hat, wofür die Schulden aufgenommen wurden und was das für den Haushalt heißt.

· Aktualisiert

Die Gemeinde Nottuln hatte Ende 2025 rund 35,2 Millionen Euro Schulden im (nach den Zahlen von IT.NRW). Diese Dokumentation trägt zusammen, wie sich dieser Stand entwickelt hat, wofür die Kredite aufgenommen wurden, wie die Gemeinde ihre Investitionen finanziert und was das für den Haushalt bedeutet. Sie wird fortgeschrieben.

Kurz gefasst:

  • Der Kernhaushalt war Ende 2025 mit rund 35,2 Millionen Euro verschuldet, das entspricht 1745 Euro je Einwohner. Der NRW-Durchschnitt lag bei 3561 Euro je Einwohner (IT.NRW).
  • Über die Jahre 2019 bis 2025 hat sich der Schuldenstand des Kernhaushalts mehr als verdoppelt. Der größte Sprung fiel in den Dezember 2024.
  • Dieser Sprung stammt aus zwei Krediten für den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses, einer Kita und die Sanierung einer Schule.
  • Für 2026 sind Investitionen von rund 18 Millionen Euro geplant; davon rund 2,6 Millionen über neue Kredite, der Rest über Fördermittel, Beiträge und Grundstücksverkäufe (Haushaltssatzung 2026).
  • Die Ausgleichsrücklage, das Polster zum Ausgleich von Defiziten, ist nach der Haushaltsplanung fast aufgebraucht. Ein Haushaltssicherungskonzept wurde für 2026 nach Angaben des Bürgermeisters nur durch eine Entnahme aus der Allgemeinen Rücklage knapp vermieden.

Was die Schulden einer Gemeinde sind

Wenn von den Schulden der Gemeinde die Rede ist, sind meist die Schulden des Kernhaushalts gemeint. Nicht enthalten sind darin die Schulden der Eigenbetriebe, also etwa der Gemeindewerke mit Abwasser- und Wasserversorgung. Diese finanzieren sich über Gebühren und werden getrennt ausgewiesen.

Kommunale Schulden bestehen aus zwei Arten, die unterschiedlich zu lesen sind. finanzieren langfristige Anschaffungen, denen ein Wert gegenübersteht. überbrücken dagegen kurzfristige Kassenlöcher; ein hoher Bestand gilt als Alarmzeichen. In Nottuln entfällt fast die gesamte Schuld auf Investitionskredite; die als „zur Liquiditätssicherung aufgenommen" ausgewiesenen Kassenkredite lagen 2025 bei null (IT.NRW).

Wofür Nottuln Schulden macht

Ob eine Gemeinde Schulden aufnimmt, sagt für sich genommen wenig. Für die Einordnung kommt es darauf an, wofür - und ob Geld zurückkommt. Im Haushalt 2026 zeigt sich, dass die Höhe der geplanten Investitionen und die Höhe der neuen Schulden weit auseinanderliegen.

Investitionen 2026: rund 18,3 Mio € - davon auf Kredit 2,6 Mio €

Wie die Investitionen 2026 finanziert werden. Quelle: Haushaltssatzung 2026, § 1 (Finanzplan) und § 2.

Fördermittel, Beiträge und Grundstücksverkäufe: 15,6 Mio €Kredit: 2,6 Mio €

Der größte Teil der Investitionen wird über Fördermittel, Beiträge und Einnahmen aus Grundstücksverkäufen gedeckt. Neue Schulden entstehen nur in Höhe des Kreditanteils.

Wofür - und kommt etwas zurück?

Refinanziert sich: über Verkäufe oder Gebühren gedeckt. Gesetzliche Aufgabe: dient einer kommunalen Pflichtaufgabe wie Schule, Kinderbetreuung, Brandschutz oder Hochwasserschutz - ob und wie sie im Einzelfall umgesetzt wird, bleibt eine politische Entscheidung. Dauerhafter Zuschuss: kostet fortlaufend Geld. Umstritten: Nutzen oder Kosten sind in der Debatte strittig.

  • Neubau Feuerwehrgerätehaus Appelhülsen
    Gesetzliche Aufgabe - kreditfinanziert 12/2024
  • Neubau Kita Gemeindewiese Nottuln
    Gesetzliche Aufgabe - kreditfinanziert 12/2024
  • Sanierung Sekundarschule / Liebfrauenschule Nottuln3 Mio €
    Gesetzliche Aufgabe - kreditfinanziert 12/2024; auf 3 Mio gedeckelter Gemeindeanteil, Kostenteilung mit dem Bistum Münster
  • Erschließung von Bau- und Gewerbegebieten (u.a. Beisenbusch)
    Refinanziert sich - gedeckt über Grundstücksverkäufe und Gebühren
  • Hochwasserschutz Appelhülsen/Nottuln
    Gesetzliche Aufgabe - 2026 rund 2,2 Mio geplant, Großteil erst ab 2027; Schadensvermeidung
  • Bäder (Hallenbad, Wellenfreibad)
    Dauerhafter Zuschuss - jährlicher Verlust rund 0,9 Mio, intern quersubventioniert
  • ISEK: Bürgerforum, Umbau Kurie / Kastanienplatz 11
    Umstritten - rund 60% Städtebauförderung vom Land, 40% Eigenanteil; Nutzen und Mietersparnis öffentlich nicht beziffert

Beispiele. Beträge der drei kreditfinanzierten Projekte: Verwaltungsfinanzbericht 30.09.2025. Hochwasserschutz-Verschiebung: Haushaltsplan 2026 (Änderungsliste investiv). Bäder-Verlust: Wirtschaftsplan der Gemeindewerke. Die Einordnung „kommt etwas zurück" ist sachlich, keine Wertung.

Ein großer Teil der Investitionen ist also nicht kreditfinanziert, sondern läuft über Fördermittel, Beiträge und Einnahmen aus dem Verkauf von Bauland. Auch die Investitionen der Gemeindewerke in Abwasser und Wasser, für 2026 rund sieben Millionen Euro, gehören nicht zum Kernhaushalt: Sie sind ein und kommen über die Gebühren wieder herein (Wirtschaftspläne der Gemeindewerke 2026: Abwasser, Wasser).

Dass Investitionen gefördert oder über Verkäufe gedeckt werden, heißt allerdings nicht, dass sie die Allgemeinheit nichts kosten. Fördermittel sind ebenfalls Steuergeld von Land und Bund, Einnahmen aus Grundstücksverkäufen sind einmalig und nicht wiederholbar, und die gebauten Anlagen verursachen dauerhaft Betriebs- und Folgekosten, die nicht gefördert werden. Und ob einzelne Projekte wirtschaftlich umgesetzt werden, ist selbst Gegenstand der Kritik: In mehreren Leserbriefen und in den Fraktionen (siehe unten) werden die Kostenentwicklung des Feuerwehrgerätehauses, des Skaterparks und des Azubi-Wohnprojekts sowie die grundsätzliche Fördermittel-Logik in Frage gestellt.

Der Verlauf der Schulden

Schulden des Kernhaushalts, 2019-2025

Stand jeweils zum 31.12. Quelle: IT.NRW (Landesdatenbank NRW, 71327). Balken anklicken für Details.

Mio €01020304020192020202120222023202435,2 Mio €2025+ rund 14,6 Mio (2024)
InvestitionskrediteKassenkredite

2024

Kernhaushalt gesamt
35.227.246 €
davon Investitionskredite
34.656.994 €
Kassenkredite
570.252 €
Eigenbetriebe / Beteiligungen
5.843.608 €

Von rund 14,6 Millionen Euro Zuwachs stammt der Großteil aus zwei Kreditaufnahmen kurz vor Jahresende: NRW.Bank (16.12.2024) 10 Mio € für Feuerwehrgerätehaus Appelhülsen und Kita Gemeindewiese Nottuln; Sparkasse (27.12.2024) 3 Mio € für Sekundarschule Nottuln.

Der Kernhaushalt war 2019 mit gut 15 Millionen Euro verschuldet und lag Ende 2025 bei 35,2 Millionen Euro. Der Anstieg verlief nicht gleichmäßig: Zwischen 2019 und 2023 stieg der Stand von 15,2 auf 20,6 Millionen Euro, dann sprang er innerhalb eines Jahres auf 35,2 Millionen Euro und blieb 2025 nahezu unverändert (IT.NRW).

  1. 30.06.2023

    Die gemeindeeigene Gesellschaft GIG löst ihre restlichen Darlehen aus dem gescheiterten Baulandprojekt Appelhülsen-Nord ab und ist schuldenfrei; die Schuld der Beteiligungen sinkt.

  2. 16.12.2024

    Aufnahme eines Kredits über 10 Millionen Euro bei der NRW.Bank. Laut Jahresabschluss 2024 vor allem für das Feuerwehrgerätehaus Appelhülsen und die Kita Gemeindewiese, daneben Straßen in Nottuln Nord, Flüchtlingsunterkünfte in Appelhülsen und ein Feuerwehrfahrzeug. Verwaltungsfinanzbericht der Gemeinde per 30.09.2025 (SessionNet, PDF)

  3. 27.12.2024

    Aufnahme eines Kredits über 3 Millionen Euro bei der Sparkasse für die Sanierung der Sekundarschule Nottuln. Verwaltungsfinanzbericht der Gemeinde per 30.09.2025 (SessionNet, PDF)

  4. 10.07.2026

    Die Westfälischen Nachrichten berichten auf Basis neuer IT.NRW-Zahlen, Nottuln liege bei der Pro-Kopf-Verschuldung am oberen Ende des Kreises Coesfeld.

Die belegten Fakten

Der Schuldenstand und seine Zusammensetzung. Nach den Zahlen von IT.NRW belief sich der Schuldenstand des Kernhaushalts Ende 2025 auf 35.187.488 Euro, davon 34.617.236 Euro Investitionskredite und 570.252 Euro Kassenkredite (nicht zur Liquiditätssicherung). Der Stand blieb gegenüber 2024 nahezu unverändert (minus rund 40.000 Euro). Die Schulden der Eigenbetriebe und Beteiligungen lagen bei 5,27 Millionen Euro und damit außerhalb des Kernhaushalts. Diese 35,2 Millionen sind der tatsächlich gezogene Schuldenstand; darüber hinaus bestehen bereits vom Rat genehmigte, aber noch nicht abgerufene Kreditermächtigungen (etwa für ein Wohnbauprojekt), die den künftigen Schuldenrahmen erhöhen. Die Einzelwerte für Nottuln über alle Jahre stehen in der Landesdatenbank NRW, Tabelle 71327-101i (IT.NRW).

Der Sprung im Dezember 2024. Zwischen dem 30. September 2024 und dem 30. September 2025 stieg der gemeindliche Schuldenstand von 25,3 auf 36,8 Millionen Euro (Verwaltungsfinanzbericht der Gemeinde per 30.09.2025; dieser Wert bezieht sich auf den 30. September, der amtliche Jahresendstand nach IT.NRW liegt bei 35,2 Millionen). Ursache waren zwei Kreditaufnahmen kurz vor Jahresende 2024: 10 Millionen Euro bei der NRW.Bank am 16. Dezember, laut Jahresabschluss 2024 vor allem für das Feuerwehrgerätehaus Appelhülsen und die Kita Gemeindewiese, daneben Straßen in Nottuln Nord, Flüchtlingsunterkünfte in Appelhülsen und ein Feuerwehrfahrzeug, sowie 3 Millionen Euro bei der Sparkasse am 27. Dezember für die Sanierung der Sekundarschule. Diese 3 Millionen sind nicht die ganze Schulsanierung: Die Sekundarschule wird als Liebfrauenschule in Trägerschaft des Bistums Münster geführt. Laut Ratsvorlage 222/2023 hätte die Gemeinde vertraglich die Hälfte der ursprünglich mit rund 13 Millionen Euro veranschlagten Sanierung samt Teilneubau tragen müssen; weil das die Finanzen überstieg, begrenzte sie ihren Anteil auf 3 Millionen Euro, woraufhin das Bistum eine reduzierte Planung vorlegte. Die zugrunde liegende Kreditermächtigung aus dem Haushalt 2023 lief nach § 86 der Gemeindeordnung NRW zum Ende des Folgejahres aus, also Ende 2024 (so der Verwaltungsfinanzbericht per 30.09.2025).

Die Finanzierung der Investitionen 2026. Die Haushaltssatzung 2026 setzt die Auszahlungen aus der Investitionstätigkeit auf rund 18,25 Millionen Euro fest, die Einzahlungen aus der Investitionstätigkeit (Fördermittel, Beiträge und Grundstücksverkäufe) auf rund 15,63 Millionen und den Gesamtbetrag der für Investitionen erforderlichen Kredite auf 2.625.000 Euro (§ 1 und § 2). Der Kreditanteil deckt damit die Lücke zwischen den Investitionsauszahlungen und den Einzahlungen. Bei der Einbringung des Entwurfs im November 2025 hatte die Verwaltung noch von rund 17 Millionen Euro Investitionen und 1,6 Millionen Euro Kredit gesprochen (WN 06.11.2025, S. 19); maßgeblich ist die beschlossene Satzung.

Die Ausgleichsrücklage. Die steht stark unter Druck. Der geprüfte Jahresabschluss 2024 weist sie zum 31. Dezember 2024 mit 7,36 Millionen Euro aus (Ende 2023: 4,54 Millionen). Von diesem Bilanzwert sind aber noch der Jahresfehlbetrag 2024 von 3.080.457,08 Euro, den der Rat am 7. Juli 2026 aus der Ausgleichsrücklage entnahm und für den er dem Bürgermeister mit 33 zu 0 Stimmen bei einer Enthaltung Entlastung erteilte, und eine bis 2026 gegen das Eigenkapital auszubuchende „Bilanzierungshilfe" von rund 3,16 Millionen Euro abzuziehen. Die verfügbare Ausgleichsrücklage sinkt dadurch nach der Planung der Verwaltung auf rund 2,06 Millionen Euro (Ende 2024) und rund 15.000 Euro (Ende 2025) (Präsentation zum Haushalt 2025). Bürgermeister Dietmar Thönnes erklärte zum Haushalt 2026, nur durch eine Entnahme aus der Allgemeinen Rücklage und das Einplanen eines „globalen Minderaufwands" habe ein knapp vermieden werden können (WN 06.11.2025, S. 19).

Was das für den Haushalt bedeutet

Zinsen. Die neuen Darlehen wurden in einer Hochzinsphase aufgenommen. Der Verwaltungsfinanzbericht per 30.09.2025 verweist auf den Anstieg des EZB-Leitzinses (Einlagezins) von minus 0,5 auf 4,0 Prozent in den Jahren 2022 und 2023 (dort zitierte Zinseinschätzung der MAGRAL AG) und führt den Anstieg der eigenen „Zinsen und sonstigen Finanzaufwendungen" ausdrücklich auf die Aufnahme neuer Darlehen zurück. Die kombinierte Belastung des Ergebnisses aus Abschreibungen und Zinsen steigt laut der Präsentation zum Haushalt 2025 von 3,8 Millionen Euro (2020) auf 4,88 Millionen (2026).

Verschuldungsgrad. Der steigt nach der Präsentation zum Haushalt 2025 von rund 57 Prozent (2023) über 62 Prozent (2024) und 74 Prozent (2025) auf rund 80 Prozent (2027). Diese Kennzahl ist allerdings mit Vorsicht zu lesen: Als Fremdkapital zählt hier alles, was nicht Eigenkapital ist. Nach dem Jahresabschluss 2024 waren das zum 31. Dezember 2024 rund 108 Millionen Euro. Darin stecken aber rund 44 Millionen Euro Sonderposten (vor allem pauschale Zuweisungen des Landes, Erschließungsbeiträge und Gebührenausgleich, die nur buchhalterisch über Jahre aufgelöst werden) und rund 19 Millionen Euro Rückstellungen (überwiegend Pensionsverpflichtungen). Das sind keine Kredite. Die tatsächliche Kreditverschuldung lag laut Bilanz bei rund 35 Millionen Euro, also gut einem Fünftel der Bilanzsumme. Der Verschuldungsgrad zeichnet ein deutlich höheres Bild, weil er auch Sonderposten und Rückstellungen mitzählt.

Laufendes Defizit. Die Gemeinde fährt seit Jahren ein strukturelles Defizit: laut Präsentation zum Haushalt 2025 rund 3,2 Millionen Euro (2024) und 3,0 Millionen (2025); für 2026 nennen die Haushaltsreden rund 4 Millionen. Als Kostentreiber nennt die Verwaltung unter anderem die (Anstieg um rund 1,5 Millionen Euro), den Öffentlichen Personennahverkehr (rund 0,9 Millionen) und tarifbedingte Personalkosten (rund 0,45 Millionen); die Gewerbesteuer sank von rund 12 Millionen (2023) auf 9,6 Millionen Euro (2024) (WN 06.11.2025, S. 19). Im kreisweiten Vergleich der Gewerbesteuerkraft lag Nottuln 2025 bei 423 Euro je Einwohner und damit im unteren Mittelfeld des Kreises Coesfeld; der NRW-Durchschnitt lag rechnerisch bei 943 Euro je Einwohner (WN 08.07.2026, S. 15, Basis IT.NRW).

Einnahmeseite. Der Hebesatz der Grundsteuer B liegt in Nottuln bei 923 Prozent (Haushaltssatzung 2026, § 6) und ist damit regional vergleichsweise hoch: In Billerbeck beträgt er 617, in Havixbeck 679 Prozent, dort rückwirkend zum Jahresbeginn 2026 auf 815 Prozent angehoben und damit weiter unter dem Nottulner Wert (WN 27.06.2026, S. 15). Was das für eine Familie bedeutet, hängt allerdings nicht nur vom Hebesatz ab: Die Grundsteuer berechnet sich aus dem Grundsteuerwert des Grundstücks, einer bundesweit einheitlichen Steuermesszahl (0,31 Promille für Wohngrundstücke) und dem gemeindlichen Hebesatz (Finanzverwaltung NRW). Für ein und dasselbe Grundstück schlägt der Hebesatz aber unmittelbar durch: Bei einem angenommenen Grundsteuerwert von 300.000 Euro ergäben sich in Nottuln rund 858 Euro Grundsteuer B im Jahr, in Havixbeck (815 Prozent) rund 758 Euro und in Billerbeck (617 Prozent) rund 574 Euro. Der tatsächliche Betrag hängt vom Grundsteuerwert des jeweiligen Grundstücks ab; einen Pauschalbetrag für eine „typische" Familie konnte die Gemeinde daher nicht nennen (WN 27.06.2026). Bei den übrigen kommunalen Abgaben ohne Grundsteuer B (Kita, Offene Ganztagsschule, Müll, Abwasser) liegt Nottuln laut derselben Auswertung mit rund 591 Euro im Monat etwas niedriger als Havixbeck mit rund 700 Euro. Die Grünen bezeichneten die Hebesätze in ihrer Haushaltsrede gleichwohl als „schon ziemlich ausgereizt". Für zusätzliche Einnahmen setzen die Fraktionen auf die Zukunft: die CDU auf neue Gewerbe- und Wohnflächen wie Beisenbusch III, die Grünen auf die Gewerbesteuer aus der geplanten Windkraft, die die Einnahmeseite laut ihrer Haushaltsrede „zukünftig jedes Jahr um einen hohen sechsstelligen Betrag" stärken soll (mehr zum Windpark auf windkraft-nottuln.de).

Gemessen am jährlichen Aufwand des Kernhaushalts von rund 50,5 Millionen Euro (Haushaltssatzung 2026) ist die Schuld einzuordnen; zugleich fährt die Gemeinde ein laufendes Defizit und baut ihre Rücklagen ab.

Wie es anderswo läuft

Der Anstieg der Schulden ist kein Nottulner Einzelfall. Landesweit stieg die Verschuldung der kommunalen Kernhaushalte 2025 um 15,7 Prozent auf 64,1 Milliarden Euro (IT.NRW). Im Kreis Coesfeld haben zwischen 2019 und 2025 mehrere Gemeinden ihre Schulden aus niedriger Ausgangslage noch stärker erhöht als Nottuln - etwa Olfen, Senden und Nordkirchen. Kreiskämmerer Dr. Linus Tepe verwies auf einen strukturellen Grund: „Die Ausgaben wachsen deutlich schneller als die Einnahmen" (Mitteilung des Kreises Coesfeld vom 07.07.2026).

In der Debatte steht die Pro-Kopf-Verschuldung im Vordergrund und der Vergleich mit den Nachbarkommunen. Neben den Kreis-Werten lohnt dabei auch der Blick auf den Landes- und Bundesschnitt.

Schulden je Einwohner: Nottuln im Vergleich

Kommunale Kernhaushalte, Schulden je Einwohner. Kreis Coesfeld: IT.NRW 2025. Referenzlinien: NRW-Schnitt (IT.NRW 2025) und Bundesschnitt (Destatis, Ende 2024).

Bundesschnitt 1.845 €NRW-Schnitt 3.561 €Dülmen2.245 €Nordkirchen1.759 €Nottuln1.745 €Havixbeck1.590 €Ascheberg922 €Rosendahl670 €Coesfeld (Stadt)485 €Olfen323 €Senden317 €Billerbeck234 €Lüdinghausen84 €

Nottuln liegt mit 1.745 € im Kreis Coesfeld weit oben, aber etwa auf dem Bundesschnitt und rund halb so hoch wie der NRW-Schnitt. Der gesamte Kreis Coesfeld gehört zu den am geringsten verschuldeten in NRW. Werte gegen die IT.NRW-Absolutzahlen geprüft (die WN-Berichte vom 10.07.2026 nennen für Dülmen und Coesfeld abweichende, nicht zu den Absolutzahlen passende Pro-Kopf-Werte).

Beim absoluten Schuldenstand liegt Nottuln mit 35,2 Millionen Euro hinter Dülmen (107,5 Millionen) im Kreis vorn; bei der Pro-Kopf-Verschuldung gehört es mit 1745 Euro zu den am stärksten belasteten Kommunen des Kreises. Gemessen am Land liegt Nottuln mit diesen 1745 Euro je Einwohner allerdings deutlich unter dem NRW-Durchschnitt von 3561 Euro (WN 10.07.2026, S. 15; IT.NRW). Dieser Landeswert wird allerdings durch hochverschuldete Großstädte (etwa im Ruhrgebiet) und die Kreis- und Verbandsebene nach oben getrieben; als grobe Einordnung taugt er, als exakter Maßstab für eine kreisangehörige Gemeinde nur eingeschränkt. Der Kreis Coesfeld gehört insgesamt zu den am geringsten verschuldeten Kreisen in NRW. Zwei Gemeinden bauten ihre Schulden im selben Zeitraum ab: Billerbeck (2025: 234 Euro je Einwohner) und Lüdinghausen (84 Euro), beide bereits von einer niedrigen Basis aus.

Die Positionen der Fraktionen

Der Rat beschloss die Haushaltssatzung 2026 am 24. Februar 2026 mit 25 zu 9 Stimmen (Niederschrift der Ratssitzung). Dafür stimmten CDU, Grüne und FDP, dagegen SPD und UBG. Die Fraktionen begründeten ihre Haltung in Haushaltsreden.

CDU (Zustimmung). Fraktionssprecher Arnd Rutenbeck nannte weitere Steuererhöhungen „undenkbar" und formulierte als Ziel, „die Neuverschuldung zu reduzieren, den Haushalt auszugleichen und die Belastungen für die Bürger zu senken"; zugleich räumte er ein, „dass diese Zeit noch nicht gekommen ist". Die CDU setzt auf die Erschließung von Gewerbe- und Wohnflächen wie Beisenbusch III, die „perspektivisch Einnahmen" brächten (Haushaltsrede der CDU).

Grüne (Zustimmung, mit Sorge). Dr. Susanne Diekmann verwies auf den „Jahresfehlbetrag von über 4 Mio. Euro", der die Gemeinde „gefährlich nah an die Verpflichtung" bringe, ein Haushaltssicherungskonzept aufzustellen - was die Grünen „auf jeden Fall vermeiden" wollten. Die Hebesätze seien „schon ziemlich ausgereizt", die Umlagen an Kreis und Landschaftsverband stiegen unbeeinflussbar. Beim Bürgerforum äußerte sie Zweifel, „ob wir uns dieses Projekt in der aktuellen Haushaltslage wirklich leisten" könnten (Haushaltsrede der Grünen).

SPD (Ablehnung). Die SPD-Fraktion erklärte, die 2021 beschlossenen Konsolidierungsziele - ein Defizitabbau um 550.000 Euro pro Jahr und eine Verschuldungsobergrenze von 5 Millionen Euro - seien „faktisch außer Kraft gesetzt"; man stehe „bei über 43 Millionen Euro Krediten inklusive Kreditermächtigungen". Ein eigener Kürzungsvorschlag zur Straßenunterhaltung (500.000 Euro) sei abgelehnt worden. Kritik übte sie auch an einem im Haushalt eingestellten Darlehen von rund 4 Millionen Euro (Lerchenhorst), „ohne dass dem Rat zuvor belastbare Unterlagen zur Beratung vorgelegt wurden". Fazit: „Deshalb werden wir diesem Haushaltsentwurf 2026 nicht zustimmen" (Haushaltsrede der SPD).

UBG (Ablehnung). Fraktionsvorsitzender Jan Van de Vyle begründete die Ablehnung vor allem mit demselben Darlehen von rund 4 Millionen Euro für ein Wohnbauprojekt, das dem Rat ohne umfassende Vorlage präsentiert worden sei, sodass sich „die finanziellen Risiken" nicht abschätzen ließen; das Volumen betrage „über 8 Prozent der Einnahmen". Zudem nannte er die Kostenverdopplung beim Skaterpark und Mehrkosten von 700.000 Euro beim Azubi-Wohnprojekt (Haushaltsrede der UBG).

Die FDP hielt keine gesonderte Haushaltsrede; sie gehört mit CDU und Grünen zu den Unterstützerparteien und stimmte zu. Über die Fraktionsgrenzen hinweg benennen alle vier Reden dasselbe strukturelle Problem: ein Defizit von rund 4 Millionen Euro sowie stetig steigende, kaum beeinflussbare Umlagen und Kosten. SPD und UBG kritisieren übereinstimmend, dass das Darlehen von 4 Millionen Euro ohne umfassende Vorlage in den Haushalt eingestellt worden sei.

Die öffentliche Debatte

Nach dem WN-Bericht vom 10. Juli 2026 wurde die Verschuldung zum kommunalpolitischen Thema; auch in Leserbriefen wird die Haushaltslage kritisiert (siehe unten). Einige der dabei kursierenden Aussagen lassen sich an den Zahlen einordnen.

Der Schuldenstand taucht auch in der Debatte um das ISEK-Bürgerforum zum Ortskern Nottuln 2036 auf, wo mehrere Leserbriefe im Juli 2026 die Frage aufwarfen, ob sich die Gemeinde ein solches Projekt in der aktuellen Haushaltslage leisten kann.

Zutreffend ist, dass Nottuln bei der Pro-Kopf-Verschuldung am oberen Ende des Kreises Coesfeld liegt.

Nicht zutreffend ist die auf einer lokalen Meinungsplattform vertretene Aussage, die Verschuldung habe sich seit dem Amtsantritt des Bürgermeisters Ende 2020 verdreifacht. Nach den IT.NRW-Zahlen stieg der Kernhaushalt in diesem Zeitraum von 16,7 auf 35,2 Millionen Euro, also gut auf das Doppelte, nicht auf das Dreifache (die Entwicklung im Einzelnen steht oben im Verlauf).

In der Debatte steht oft die absolute Schuldenzahl im Vordergrund. Zur Einordnung gehören außerdem drei Punkte: dass die Schuld fast vollständig aus Investitionskrediten besteht und keine Kassenkredite zur Liquiditätssicherung ausgewiesen sind, dass ein großer Teil der Investitionen über Fördermittel und Grundstücksverkäufe refinanziert wird und dass Nottuln je Einwohner unter dem NRW-Durchschnitt liegt (alle drei Punkte oben belegt).

Meinung

Bis hierhin ging es um Fakten und Belege. Was jetzt kommt, ist meine persönliche Einschätzung, also ein Werturteil und kein belegter Fakt. Man darf das gern anders sehen.

Für mich ist die wichtigste Erkenntnis: Die reine Schuldenzahl sagt wenig darüber aus, ob eine Gemeinde ein Problem hat. Es kommt darauf an, wofür Schulden gemacht werden und ob Geld zurückkommt. Ein Feuerwehrhaus, eine Kita und eine Schule sind etwas anderes als konsumtive Ausgaben, und ein großer Teil der Investitionen finanziert sich über Förderung und Grundstücksverkäufe. Im Vergleich liegt Nottuln etwa auf dem Bundesschnitt und deutlich unter dem NRW-Schnitt. Von einer Katastrophe zu reden, trifft es nicht.

Sorge macht mir nicht die Zahl, sondern die Richtung: Die Ausgleichsrücklage ist nach der Planung bald aufgebraucht, ein Haushaltssicherungskonzept wurde nur knapp vermieden, der Verschuldungsgrad steigt. Und wenn das Polster leer ist und das Defizit bleibt, kommt der Druck irgendwann bei den Bürgern an - über höhere Steuern oder Gebühren; ein Haushaltssicherungskonzept würde solche Erhöhungen sogar erzwingen. Deshalb ist für mich die fast leere Rücklage das eigentliche Warnsignal, nicht die Schuldenzahl. Dass Fraktionen quer durch den Rat genau das benennen, finde ich berechtigt. Das sollte man ernst nehmen, ohne gleich den Untergang auszurufen.

Am meisten hadere ich mit der Kommunikation. Um sich eine fundierte Meinung bilden zu können, braucht man das vollständige Bild: die Schulden, aber auch die Investitionen dahinter, die Refinanzierung und die Einordnung. Ein unvollständiger Zeitungsartikel oder ein Beitrag auf einer Meinungsplattform zeigt immer nur einen Ausschnitt, und aus einem Ausschnitt entsteht schnell ein schiefes Bild.

Und trotz allem finde ich Investitionen wichtig, auch wenn die Schuldenlage im Moment nicht gut aussieht. Eine Gemeinde, die in Feuerwehr, Kita, Schule und Infrastruktur investiert, baut an ihrer Zukunft und an dem, was die Menschen hier täglich nutzen. Nichts zu tun wäre keine Lösung. Es kommt darauf an, das Nötige zu finanzieren, ohne den Spielraum von morgen zu verspielen.

- Leon Machens

Leserbriefe im Wortlaut

Die Debatte wird auch über Leserbriefe in den Westfälischen Nachrichten geführt. Damit man sich ein eigenes Bild machen kann, stehen sie hier mit freundlicher Genehmigung der Redaktion ungekürzt zum Nachlesen, in der Reihenfolge ihres Erscheinens. Die hier wiedergegebenen Zuschriften kritisieren die Haushaltslage; Positionen, die den Haushalt mittragen, finden sich oben bei den Fraktionen und in der Meinung.

Leider keine Aussagen zur AusgabenseiteDr. Peter Bachhausen, Lerchenhain · 27.08.2025

Zum Bericht „Die Einnahmeseite stabil halten" (Interview mit Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes) vom 23. August:

Der Artikel titelt mit den Worten „Die Einnahmeseite stabil halten". Leider finden sich in dem Beitrag keine Aussagen zur Ausgabenseite der Verwaltung und auch keine Aussagen zur Sicht des Bürgermeisters auf die Gesamtfinanzsituation der Gemeinde.

Stabile Einnahmen bei zu erwartenden steigenden Ausgaben führen zu einer immer ungünstigeren und unausgewogenen Haushaltslage, es sei denn den allgemeinen Kostensteigerungen wird ein konkretes Programm zur Senkung der Ausgaben entgegengestellt.

Leider wird in dem Beitrag auch nur an einer Stelle auf eine wichtige Einnahmeposition hingewiesen, nämlich die erhofften Einnahmen aus der Windkraft. Aber erst kürzlich war veröffentlicht worden, dass die Gewerbesteuereinnahmen sich von circa zwölf Millionen Euro (2023) auf circa 9,6 Millionen Euro (2024) verringert haben. Es bleibt also unklar, wie diese Einnahmerückgänge kompensiert werden könnten.

Dies sollte jedenfalls nicht mit einer erneuten Anhebung des Grundsteuerhebesatzes erfolgen. Dieser liegt, wie kürzlich in den WN berichtet, kreisweit ohnehin einsam an der Spitze.

Für die anstehende Kommunalwahl wäre es für die Bürger aber wichtig zu wissen, wie der Chef der Gemeindeverwaltung eine erforderliche Haushaltskonsolidierung und einen Abbau des hohen Schuldenstandes in den nächsten fünf Jahren angehen will.

Quelle: WN 27.08.2025, S. 16

Wir haben sicherlich andere Baustellen in der GemeindeHermann Soddemann, Steverstraße · 13.01.2026

Zum Bericht „Die Liste der Wünsche ist lang" in der Ausgabe vom 8. Januar:

Mit Interesse habe ich den Bericht gelesen. Ich war hierüber etwas verwundert. Wir schreiben heute die dritte Kalenderwoche 2026. Dieser Bericht wäre für den 1. April geeignet gewesen.

Wir haben sicherlich andere Baustellen in der Gemeinde, die wichtigere Prioritäten haben als diese Wunschvorstellungen (Zukunftsbild Ortskern Nottuln 2045+).

Zum Beispiel Feuerwehrhaus Appelhülsen: Die Kostenentwicklung ist eine einzige Katastrophe, das Arbeitstempo an der Baustelle ist noch schlimmer. So kann man den neuen Kostenplan schön begründen. Es ist kein Hexenwerk, ein Feuerwehrhaus der Größe für Appelhülsen zu planen. Es gibt in Deutschland eine Vielzahl an gleichwertigen Objekten, an denen man hätte sich orientieren können.

Parkplatz vor der Bäckerei Geiping: Hierüber ist schon so viel geschrieben worden. Fakt ist, die Gemeinde hat für Gutachten etc. sehr viel Geld verbrannt (Summe nicht bekannt). Ergebnis: Geiping hat die Bäckerei zum 31. Dezember geschlossen. Warum? Appelhülsen hat damit schon wieder ein Ladenlokal verloren und das Geld für das Projekt „Parkplatz Geiping" wurde „sinnvoll" vernichtet. Aber, was soll's? Nottuln selbst wird in jeder Hinsicht gefördert. Die Ortsteile steuern gerne Gelder hinzu, damit es Nottuln selber sehr gut geht.

Die Ortsteile können diese Misswirtschaft nicht dauerhaft stemmen. Macht aber nichts. Die Gemeinde hat dafür eine einfache Lösung. Der Hebesatz der Grundsteuer B wird einfach derartig erhöht, dass die Misswirtschaft wieder ausgeglichen werden kann. Nottuln hat in Deutschland einen der höchsten Grundsteuer-B-Sätze. So lassen sich auch Probleme lösen. Wenn man nach den Nachbarorten schaut, geht es auch anders.

Über Gelder anderer Menschen verfügen, ist sehr einfach und das kann doch jeder, oder? Hätte man zum Beispiel bei diesen beiden Projekten, wie es in der freien Wirtschaft übliche Praxis ist, frühzeitig Entscheidungen getroffen, wäre die Gemeinde heute um mehrere Millionen reicher, oder um diese Millionen weniger verschuldet.

Quelle: WN 13.01.2026, S. 14

Falsche Anreize zu FinanzgebarenDr. Peter Bachhausen, Nottuln · 07.07.2026

Zum Bericht „Kreis Coesfeld schlägt Finanz-Alarm" vom 23. Juni:

Der Landrat und die Bürgermeister beklagen eine unzureichende Finanzausstattung der kommunalen Haushalte. Immer neue Leistungsgesetze des Bundes werden ohne entsprechende Finanzierung durch den Bund auf die kommunalen Körperschaften übertragen. In der Tat muss die Bundespolitik hier grundsätzlich geändert werden. Der Grundsatz „wer bestellt, bezahlt" muss zwingend wiederhergestellt werden.

Aber die Schieflage der kommunalen Haushalte ist nicht allein auf die bundespolitischen Entscheidungen zurückzuführen. Vielmehr werden durch die Kommunen Projekte umgesetzt, deren Finanzierung überwiegend auf der Zusage von Fördermitteln beruht. Diese Politik der Fördermittelzusagen für Kommunen gehört dringend auf den Prüfstand, am besten sogar abgeschafft. Im Gegenzug sollten die Kommunen eine ausreichende Finanzausstattung (außerhalb der oben beschriebenen Leistungsgesetze) erhalten.

Es ist ja Unsinn, dass Kommunen Personal mit der Suche nach Fördermitteln beschäftigen und bei erfolgreichem Auffinden eine horrende Bürokratie in Gang gesetzt wird, um diese Fördermittel zu beantragen und nachfolgend die Nachweise für die ordnungsgemäße Verwendung zu führen. Für Kommunen sollte bis zur Abschaffung dieses Förderregimes gelten: Projekte werden nur dann beschlossen und umgesetzt, wenn sie ohne Förderung aus dem jeweiligen kommunalen Haushalt, inklusive der Folgekosten, finanziert werden können.

Es sollte der Grundsatz gelten: Es wird nur Geld ausgegeben, das durch die eigene Haushaltslage auch gedeckt ist. Der Protest der Bürgermeister über unzureichende Finanzmittel, so berechtigt er auch sein mag, wirkt unglaubwürdig, wenn trotz kritischer Haushaltslage immer neue Prestigeprojekte angestoßen werden.

Quelle: WN 07.07.2026, S. 18

Mal nachfragen, wie es besser gehtDorle Fenske, Appelhülsen · 14.07.2026

Zum Bericht „Nottuln gehört zur Spitzengruppe" vom 10. Juli:

Nicht nur, dass Nottuln einen der höheren Hebesätze bei der Grundsteuer B hat, nein, auch noch mit die höchste Pro-Kopf-Verschuldung im Kreis Coesfeld. Wen wunderts? Mich nicht. Bürgerforum, Lehrlingswohnhaus usw. Alles muss sein? 100.000 Euro fehlen beim Bau des Lehrlingswohnheims, kein Problem, die Gemeinde hat es ja - beziehungsweise letztendlich der Bürger. Als Privatmann müsste man schon längst die Reißleine ziehen. Vielleicht sollten die Gemeindevertreter mal zum Beispiel in Lüdinghausen nachfragen, wie es besser geht.

Quelle: WN 14.07.2026, S. 14

Quellen

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